Mainfrankensäle

© Dieter Gürz

© Dieter Gürz

Die Mainfrankensäle sind Veitshöchheims größter Veranstaltungsort und insbesondere durch die Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ überregional bekannt. In den Jahren vor Sanierungsbeginn traten in dem 1981 eröffneten Haus bauliche Unzulänglichkeiten in der räumlichen Organisation, aber auch in der Gebäudetechnik und Baukonstruktion zu Tage. Es erfolgte deshalb von 2012 bis Anfang 2015 die Modernisierung, Erweiterung und energetische Sanierung des Veranstaltungszentrums.

Wert gelegt wurde dabei nicht nur auf moderne Bühnen-, Medien- und LED-Lichttechnik, sondern auch auf eine energetische Optimierung: Für die Abdeckung des Energiebedarfs wurde zum einen ein gebäudeeigenes Gas-Blockheizkraftwerk Buderus/Loganova EN 50 mit einer thermischen Leistung von 80 kW und einer elektrischen Leistung von 50 kW in Betrieb genommen. Zur Spitzenlastabdeckung wurde ein Gas-Brennwertkessel eingerichtet. Zum anderen wurde auf einer Teilfläche des Daches eine PV-Anlage (siehe unten) mit 230 Modulen und einer Leistung von 55,2 kWp installiert. Etwa 33 Tonnen CO2 spart die Anlage jährlich ein. Das Zusammenspiel von BHKW und PV-Anlage soll im laufenden Betrieb noch weiter optimiert werden.

Ferner wurde das Demonstrativvorhaben mit einer hocheffizienten Lüftungsanlage ausgestattet, die eine Wärmerückgewinnung mit über 80 % ermöglicht. Die Be- und Entlüftung sind immer auf die Nutzung abgestimmt. Die Kühlung des gesamten Veranstaltungszentrums erfolgt energieneutral über eine Grundwasser-Gebäudekühlung. Für die Grundlastabdeckung wird auf eine vorhandene Brunnenanlage zurückgegriffen, die Spitzenabdeckung erfüllt eine Kältemaschine. Die Kühlhäuser in den Mainfrankensälen sind über eine Verbundkühlung verknüpft.

Die Gebäudehülle erhielt eine bis zu 20 Zentimeter starke Außendämmung, die teilweise in Holz-Tafel-Bauweise ausgeführt sind. Sämtliche Fenster wurden gegen dreifach verglaste Aluminium-Fenster ersetzt. Für die notwendigen Verschattungen kommt ein Raffstore zum Einsatz, der die Verschattung wärmebrücken- und blendfrei ermöglicht.

Die markanten Sheddächer wurden neu eingedeckt, innen gedämmt, brandschutz- und statisch ertüchtigt. Auf dem Flachdach wurde eine 22 cm starke Dämmung verlegt und darauf Edelstahlbahnen gelegt und verschweißt. Große Lichtkuppeln im Flachdach garantieren eine maximale Nutzung des Tageslichts und Energieeinsparung durch die Reduzierung der künstlichen Beleuchtung.

Das Projekt wurde vom Freistaat Bayern im Rahmen des CO2-Minderungsprogramms des Bayerischen Landesamtes für Umwelt als Demonstrationsvorhaben gefördert.

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Photovoltaikanlage

Die Anlagenerträge sind stets aktuell online abrufbar. Ein Display in dem Foyer der Mainfrankensäle informiert ferner über Ertrag, CO2-Einsparung etc.

Ertrag 2014 (Inbetriebnahme im Mai): 33057,74 kWh

 

Ertrag 2015: 50597,11 kWh

 

Ertrag 2016: 46898,49 kWh

 mainfrankensaele-2016

Warum wird von den Soll-Werten (Prognose) abgewiechen?

Die roten Linien sind die Marker für den am jeweiligen Anlagenstandort zu erwartenden Monatsertrag. Im prognostizierten Jahresertrag wird Anlagengröße, Ausrichtung und Standort berücksichtigt.

Dieser errechnete Jahresertrag wird anteilig auf die jeweiligen Monate aufgeteilt (anhand von Durchschnittswerten) und ohne Berücksichtigung der Modulausrichtung.

Dieses Vorgehen bewirkt das eine Ost-West-Anlage wie die auf den Mainfrankensälen in den dunklen Monaten der Durchschnittsanlage unterlegen ist (siehe Wintermonate) da die Ost-West-Ausrichtung bei tiefen Sonnenstand zu keiner Tageszeit im optimalen Einstrahlungswinkel liegt. Früh morgens geht die Sonne für die Ost-ausgerichteten Module zu spät auf und abends geht sie für die West-ausgerichteten zu früh unter.

In den sonnigen (und langen) Sommermonaten kommt es jedoch oft vor das Ost-West-ausgerichtete Anlagen reinen Süd Anlagen sogar überlegen sind (früher optimaler Winkel auf der Ostseite wegen früh aufgehender Sonne, Westseite sinngemäß) und damit den Nachteil der restlichen Monate wenigstens teilweise aufholen.

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