Lebensmittel

Copyright: Emin Bashirov (CC BY-SA 3.0)

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Rund ein Drittel aller in Deutschland gekauften Lebensmittel wird weggeworfen, das meiste davon (61 Prozent!) in den Privathaushalten. In Zahlen ausgedrückt sind das pro Kopf und Jahr etwa 82 Kilogramm angefangene, abgelaufene oder überzählige Lebensmittel – ein Wert von etwa 235 Euro, der dann in der Tonne landet. In der Summe werden alleine in Deutschland fast sieben Millionen Tonnen weggeworfen. Zu den Verschwendern gehören aber auch Industrie, Großverbraucher und Handel. Und schon bei der Ernte werden etwa 30 Prozent der pflanzlichen Erzeugnisse aussortiert, weil sie in Farbe, Form oder Größe bestimmten Handelsnormen nicht entsprechen.

Werteverfall beim Lebensmittel?

Zu diesem verschwenderischen Lebensstil hat nicht zuletzt auch ein Preisverfall bei Nahrungs- und Genussmitteln beigetragen: Wurden 1960 noch 38 Prozent der Haushaltsausgaben für Lebensmittel ausgegeben, so sind es heute unter 13 Prozent. Bei Kampfpreisen wie 55 Cent für einen Liter Milch oder Billigfleisch aus dem Discounter tut es nicht mehr weh, Lebensmittel wegzuwerfen. Oftmals nimmt der Konsument den eigentlichen Wert der Ware nicht mehr richtig wahr und blendet aus, was solche Spottpreise beispielsweise für Landwirte bedeuten.

Weitreichende Folgen

Unser Verhalten wirkt sich weitreichend auf die Umwelt aus: Wertvoller Ackerboden, Wasser und Dünger, Energie für Ernte, Verarbeitung und Transport – jedes Lebensmittel braucht für seine Herstellung kostbare Ressourcen. Ressourcen, die wir mit jedem weggeworfenen Apfel oder Brot sinnlos verschwenden. So fließen allein 700 Liter Wasser, bis ein Kilo Äpfel geerntet ist. 1.000 Liter Wasser sind es, bis ein Kilogramm Brot entstanden ist. Für ein Kilogramm Käse sind es 5.000 Liter. Für die gleiche Menge Rindfleisch sogar über 15.000 Liter. Wir bezahlen sogar doppelt für unsere Verschwendung, indem wir auch für den Abtransport wiederum Energie verbrauchen.

Verbraucher hat den größten Einfluss

Es liegt nicht an der Lebensmittelindustrie, sondern in erster Linie am Verbraucher, dass dieser verschwenderische Weg eingeschlagen wurde. Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung bietet auf der Seite Zu gut für die Tonne Ratschläge, wie man selbst das Wegwerfen von Lebensmitteln effektiv eindämmen kann. Die Ratschläge reichen von der Planung bis hin zu Rezepten für die Resteverwertung.

Regional einkaufen

Jeder kann darüber hinaus seinen Beitrag leisten, indem er mit dem Kauf regionaler Produkte den Transport reduziert. Regionale Produkte werden auch in und um Veitshöchheim in vielen Lebensmittelläden umfangreich im Sortiment geführt. Oftmals unterscheiden diese sich noch nicht mal im Preis von der übrigen Ware. Nudeln aus Wertheim, Senf aus Arnstein – man muss die Augen beim Einkauf nur aufmachen. Gerade Supermärkte haben die regionalen Produkte für sich entdeckt, aber auch Discounter ziehen nach.

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Märkte und Direktvermarktung

Eine gute Option sind Einkäufe auf dem Markt oder bei Direktvermarktung (Landwirte, Hofläden etc.). Der Veitshöchheimer Wochenmarkt findet beispielsweise immer Freitags von von 9 Uhr bis 13 Uhr auf dem Dreschplatz an der Mainlände (gegenüber Mainfrankensäle) statt und bietet ein reichhaltiges, frisches Angebot. Einen Überblick über regionale Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier.

Verschenken statt wegwerfen – Foodsharing

2015-06-23 12_09_34-foodsharing _ Restlos glücklich! - Internet ExplorerEgal ob ein voller Kühlschrank vor dem nächsten Urlaub, „Fehlgriffe“ im Supermarkt oder schlicht nach eine großen Aufräumaktion in der Speisekammer: Oft werden Lebensmittel unbedacht weggeworfen, obwohl sich ein anderer darüber möglicherweise noch freuen würde. Für solche „Fälle“ bietet sich ein Foodsharing an: Statt Lebensmittel wegzuwerfen kann man sie über Plattformen wie Foodsharing.de oder gleichnamige Facebook-Gruppen verschenken und zu Hause abholen lassen. Natürlich kann auch ein anderer Treffpunkt für die Übergabe vereinbart werden.

Foodsharing lohnt sich auch dann, wenn man etwas in zu großen Mengen eingekauft hat, im Garten die große Ernte ansteht oder man Pralinen geschenkt bekommen hat, die einem nicht schmecken. Kostenlos und ohne großen Aufwand dämmt man so die Lebensmittelverschwendung ein.